Buchbesprechung: Weinen bleibt ungehört von Lucia Mann

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„Weeping Goes Unheard“ ist nicht mehr länger, da immer mehr Stimmen über eine Vielzahl von Kanälen sprechen. Lucia Mann trägt zu dieser Enthüllung einer verborgenen (oder, wie sie argumentiert, verdeckten) Vergangenheit Kanadas bei, indem sie diejenigen ausspricht, die verstorben sind, vermisst werden oder immer noch unter uns sind.

Die Autorin verlässt sich stark auf ihre journalistischen Recherchefähigkeiten, um Jahrhunderte der Ungerechtigkeit gegenüber den First Nations des heutigen Kanadas zu dokumentieren. Sie nimmt jedoch die aufgedeckten Daten und verwebt sie zu einer überzeugenden Erzählung. Aus meiner Sicht ist das Buch die schriftliche Verkörperung eines Dokumentarfilms mit einer Reihe von Rekonstruktionen von Ereignissen.

Lucia Mann hat mit ihren bereits veröffentlichten Romanen immer wieder bewiesen, dass sie eine sehr visuelle Autorin ist. Daher ist das Lesen von „Weeping Goes Unheard“ nicht so viel wie das Anschauen eines Dokumentarfilms. Darüber hinaus ist sie gleichermaßen eine gefühlvolle Autorin, die leidenschaftlich davon angetrieben wird, benachteiligten Gemeinschaften aller Rassen zu helfen und sie zu äußern. Diese Leidenschaft wird im gesamten Text deutlich.

Die Aufgabe der Autorin war alles andere als einfach, denn vor ihr lag eine lange Geschichte der Ungerechtigkeit, die bis in die Gegenwart sickert. In dem Buch werden verschiedene Aspekte dieser monströsen Manifestation behandelt, wie Zwangsabschiebungen, Internatsschulen, institutionalisierte Misshandlungen (hauptsächlich durch Autoritätspersonen, die Schutz bieten sollten) und Serienmörder, um nur einige zu nennen.

Was dieses Buch unter anderen, die sich dem gleichen Thema nähern, auszeichnet, ist eine Mischung aus Elementen und Techniken, die vom Autor gekonnt gehandhabt werden. Die fragmentierte Zeitleiste, das Wechseln von Erzähltechniken und Perspektiven sind nur einige der Strategien, die das Buch dynamisch und unvorhersehbar halten (auch wenn einige Leser zumindest mit einigen der vermittelten Informationen vertraut sein werden). Die Leser werden für einen Wirbelwind einer Erfahrung gehalten, mit oft plötzlichen Stößen zwischen Gegenwart und Vergangenheit (und häufigen düsteren Reflexionen über eine noch bevorstehende Zukunft).

Alles in allem ist „Weeping Goes Unheard“ ein düsteres Buch, das Geschichten ins rechte Licht rückt, von denen die Gesellschaft zu lange glasig geworden ist. Aufgrund der Thematik ist es keine Lektüre für alle Altersgruppen. Obwohl das Buch sehr informativ und augenöffnend ist, geht das ultimative Ziel von Lucia Mann über die einfache Weitergabe von Wissen hinaus. Als Humanistin und Aktivistin findet sie kreative Wege, um die Öffentlichkeit einzubeziehen, in der Hoffnung, passive Bürger Kanadas – und der Welt – zu aktiven Teilnehmern zu machen, die eine Veränderung zum Wohle der Allgemeinheit bewirken.



Source by Timea Barabas

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