Die Vorteile von Herpes – Wenn eine Infektion vor einer anderen schützt

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„Jede Wolke hat einen Silberstreif am Horizont“ – so sagt man manchmal. An den HSV denken sie damals aber noch nicht. Das HSV- oder Herpes-Simplex-Virus kann unangenehm sein, aber die Viren, die es auslösen, und andere verwandte Krankheiten können einen Vorteil haben. Zumindest bei Mäusen sorgen sie für eine bakterielle Resistenz gegen Krankheiten wie die Beulenpest.

Herpes ist nur eine von mehreren juckenden, blasenbildenden Infektionen, die durch die Virusgruppe verursacht werden, die treffend als Herpesviren bezeichnet wird. Acht Mitglieder der Virusgruppe infizieren den Menschen und führen zu verschiedenen Krankheiten wie Windpocken, Gürtelrose, Drüsenfieber und tatsächlich Herpes selbst.

Fast jeder infiziert sich im Kindesalter mit einem dieser Viren. Aber die Virusgruppe wird dauerhaft im Körper bleiben; nicht nur für die Feiertage. Nachdem Ihr Immunsystem die Primärinfektion bekämpft hat, geht das Virus in eine inaktive Phase über, die als „Latenz“ bezeichnet wird. Es bleibt verborgen und zeigt keine offensichtlichen Symptome. Aber es ist wahrscheinlich, dass es jederzeit reaktiviert wird.

Auf diese Weise sind Herpesviren wie lebenslängliche Parasiten, die ihr eigenes Überleben sichern und die Gesundheit ihres Wirts schädigen. Im Extremfall können latente Viren chronische Entzündungen verursachen, die wiederum zu Autoimmunerkrankungen oder einigen Krebsarten führen können.

Aber Herpes hat auch eine gute Seite. Erik Barton und Kollegen von der Washington University Medical School entdeckten, dass Mäuse nach der Infektion in die Latenzphase übergingen und erschreckend resistent gegen bestimmte Arten von Bakterien wurden. Anders als ihre anfälligen und nicht infizierten Artgenossen sind sie sogar in der Lage, den tödlichen Pestkäfer Yersinia pestis abzuwehren.

Zumindest bei Mäusen entwickeln sich latente Herpesviren zu zahlenden Mietern statt zu freizügigen Hausbesetzern – Resistenz gegen die Bakterien ist ihre Miete. Die latente Phase ist entscheidend für die Wirkung der Resistenz, und Barton entdeckte, dass ein mutiertes Herpesvirus zwar infiziert, aber seinem Wirt nichts zurückgibt.

Die Viren funktionieren, indem sie das Immunsystem in Alarmbereitschaft versetzen. Der Effekt ist wie das Auslösen eines Terroralarms, der eine erhöhte Sicherheitsstufe bewirkt, bei der der Körper bereit ist, Bedrohungen abzuwehren. Die Viren aktivieren die Freisetzung von Zytokinen in hoher Konzentration. Zytokine sind Chemikalien des Immunsystems. Diese Moleküle – zählen IFN-g (Interferon-gamma) und TNF-a (Tumornekrosefaktor Alpha) – helfen, die Abwehr von Infektionen zu koordinieren.

Diese Chemikalien lösen Makrophagen aus – ein weißes Blutkörperchen. Diese Zelltöter verzehren eindringende Bakterien und verdauen sie. Sie werden in Mäusen, die mit Herpesviren im latenten Stadium infiziert sind, in großen Mengen aktiviert. Diese Sequenz ist genau wie das Immunsystem uns vor verschiedenen bakteriellen Eindringlingen schützt. In Bartons Studie wurde der Schutz jedoch stattdessen durch Viren initiiert und hielt länger als üblich an. Gut für die Mäuse.

Was haben wir von diesen Viren? Wird es die gleiche Wirkung auf uns haben wie die Mäuse? Barton glaubt das. In seiner Forschung hatten zwei verschiedene Stämme – gHV68 (murines Gammaherpesvirus 68) und MCMV (murines Cytomegalovirus) – eine ähnliche Wirkung. Er ist der Meinung, dass die Verleihung von bakterieller Resistenz ein universelles Merkmal aller Herpesviren ist.



Source by Louis V Lim

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